Der Landbote, 30. Januar 2008

Verständiges Musizieren

von Felix Escher

Auszüge

Winterthur - Die breite Palette an dynamischen und farblichen Nuancen und die perfekte Übereinstimmung des Ensembles kam besonders deutlich bei György Ligeti zum Tragen. Obwohl der Inhalt seines 2. Streichquartetts zerrütteter nicht sein konnte, bewahrten die jungen Talente eine größtmögliche Homogenität des Zusammenklangs. Damit erzielten sie eine alles entwaffnende Kraft, welche trotz der wirren und teils peinigend wirkenden Klänge nur fesselte. Die gelungenen Wechsel zwischen trügerischer Ruhe und plötzlich einbrechender Hektik im 1. Satz oder die in der Schwebe befindliche, sich allmählich konstituierende und nach Erlösung dürstende Musik im letzten Satz hätten nicht eindrücklicher dargestellt werden können.
  
Die Interpreten arbeiteten die Gegensätze auch in Beethoven, op. 18/4 deutlich heraus, und im letzten Satz überzeugten sie durch ihr sicheres und zielstrebiges Spiel.

Ein schönes Exempel für verständiges Musizieren boten die vier mit dem F-Dur-Quartett von Mozart. In den genüsslichen Dialogen im 1. Satz und dem stimmungsvollen 2. Satz ließen sie das nur Scheinbare des musikalischen Glücks ahnen. Besonders der Schlusssatz gemahnte in dieser Interpretation unweigerlich an die dramatischsten Stellen aus der „Zauberflöte" und dem „Don Giovanni".

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