»Was das junge Ensemble bei diesem Konzert vor allem auszeichnet, sind die hinreißende Tongebung und das gut ausbalancierte Zusammenspiel [...]. Justyna Sliwas Bratsche kann unvergleichlich heiser hauchen; Barbara Kuster ist mit der zweiten Geige auf dem gleichen hohen Niveau wie der Primarius Rostislav Kojevnikov, und das Cello von Andreas Müller kann hingebungsvoll seufzen, aber auch behende tanzen. Den Schumann präsentieren sie mit noblem Ton und sehr zurückhaltend, Mozarts Quartett spielen sie so, wie es sich Kurtág für eine seiner Mikroludien gewünscht hat: Con moto, non dolce (bewegt, aber nicht süß). Es ist eine nüchterne und sehr ambitionierte Musizierhaltung, die ihren Ausdruck findet in einem feinen langsamen Satz des Schumann-Quartetts, aber auch in der präzisen Interpretation der zwölf Kürzel von Kurtág. Im Stehen und ohne Noten spielen sie das knappe zirzensische Werk, ein Ineinsfügen von atonalen und vertrauten Klängen, eine kluge Mischung von Sentiment und Kalkül. Ihre Namen haben sich die vier vom quirligen rothaarigen Dämon aus Michail Bulgakows satirischem Roman „Der Meister und Margarita“ geliehen und mit der Energie von Springteufelchen bewältigen sie auch die anspruchsvolle Komposition von Kurtág.«