Basellandschaftliche Zeitung, 20. Dezember 2006

KONTRASTREICHES SPIEL

Das Asasello Quartett begeisterte in Riehen mit Haydn, Kurtág und Beethoven

von Paul Schorno


Nach ihrer Ausbildung, weiterführender Studien, Förder- und Anerkennungspreisen, Wettbewerbserfolgen, einer CD-Einspielung und erfolgreicher Tourneen schlossen die zwei Musikerinnen und die beiden Musiker des Asasello Quartetts vor wenigen Wochen ihre Studien an der Hochschule Köln mit dem Konzertreife-Diplom ab. Bei ihrem Gastspiel im Dorfsaal des Landgasthofs in Riehen spielten sie mit einem interessanten Programm auf.

ZUM AUFTAKT spielte das Ensemble eines der schönsten Kompositionen dieses Genres, das Streichquartett D-Dur, op. 76/5, Hob. III:79 in vier Sätzen von Joseph Haydn. Vorbildlich, in spielerischer Gelöstheit, wie der erste Satz wiedergegeben wurde. Sicilianohaft der Anfang, kontraststark und dramatisch steigernd die Fortsetzung. Ernst und feierlich, mit verhaltenem Pathos der zweite Satz, durchhörbar die angenehm ins Ohr träufelnden harmonischen Wendungen, übergehend in ein sanftes Erlöschen.
Ganz anders anschliessend das unbeschwert wirkende Menuet, energisch bewegt das kräftig akzentuierte Trio. Am Ende als Finale ein schwungvoller und pointierter Sonatensatz, wie er bei Haydn oft anzutreffen ist.

DAS WERK eines Komponisten, dem berechtigterweise immer mehr Zuspruch und Beachtung zukommt, folgte im zweiten Teil: "12 Mikroludien für Streichquartett, op. 13" von György Kurtág. Er wurde 1926 in Lugos/Banat, heute Rumänien, geboren. Der einzelgängerische Tonschöpfer erwarb sich mit bewundernswerter Unbeirrbarkeit seinen eigenen Stil. Er erinnert bei allem spielerisch daherkommenden Assoziations-Reichtum an die kompositorische Knappheit und die gedankliche Verdichtung von Anton Webern.
Die von den Musikern auswendig gespielten "12 Mikroludien", kurze bis ganz kurze Stücke, konnten in ihrer improvisatorisch erscheinenden Art vom Publikum als subtil differenziertes Gehörtraining der besonderen Art begriffen werden.
Zum Abschluss Ludwig van Beethovens Streichquartett C-Dur, op. 59/3 "Rasumowsky", in vitaler Ausprägung, mit strömendem Ausdrucksfluss und gestalterischer Prägnanz interpretiert. Frenetischer Applaus, zwei Zugaben, die letzte ein Tango. «

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