»Warum Kulturreferent Dr. Rainer Wiertz der Meinung ist, das "Asasello Quartett" gehöre zu den zukunftsträchtigen Streichensembles Deutschlands, konnte man schon nach den ersten Minuten der Sonntagsmatinee auf der Raketenstation bei Hombroich nachvollziehen: Rostislav Kojevnikov (Violine), Barbara Kuster (Violine), Justyna Sliwa (Viola) und Andreas Müller (Cello) beeindruckten bei ihrem dritten Neusser Gastspiel mit der weiten Spanne ihrer musikalischen Ausdrucksgebärden, einer lupenreinen Intonation und einer vorbildlichen interpretatorischen Leistung.
Dabei hatten sie drei beachtliche Schwergewichte zu stemmen: Das erste der sogenannten Haydnquartette von Mozart, Schostakowitschs Streichquartett Nr. 9 in Es-Dur und Felix Mendelssohn-Bartholdys dramaturgisch spannungsreiches a-Moll-Quartett.
Mit sichtbarer Spielfreude stürzten sich die vier jungen Musiker zunächst in Mozarts G-Dur-Quartett, mit dessen extremer Modernität die Zeitgenossen des Komponisten einst wenig anzufangen wussten. Besonders eindrucksvoll gelang der rasante Finalsatz, in dem Fugen- und Sonatenform verschmelzen. Rückhaltlos und passioniert attackierten die Musiker im Anschluss die fünf miteinander verzahnten Sätze des Schostakowitsch-Quartetts, pendelten zwischen abgründiger Trauer in den langsamen und aufgekratzter Schärfe in den schnellen Sätzen.
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Die Zuhörer bedankten sich nach dem dramatisch ausgefeilt gestalteten Quartett von Mendelssohn-Bartholdy, das sich formal stark an Beethovens letzte Werke anlehnt, bei den schweissüberströmten Musikern mit langanhaltendem Applaus.«