Alle hohen Quartett-Tugenden vereint
von Dietlind Möller-Weiser
Auszug
Bergisch Gladbach - Die Kammermusikreihe in der Service-Residenz Schloss Bensberg hat sich inzwischen etabliert: Der Saal war zur Streichquartett-Matinee proppenvoll geworden. ... Kurzfristig eingesprungen waren die jungen Musiker Rostislav Kojevnikov und Barbara Kuster (Violinen), Justyna Sliwa (Viola) und Andreas Müller (Violoncello). Das Programm überzeugte: ein schöner später Haydn. Das D-Dur Quartett opus 76,5 strahlte Fröhlichkeit aus und führte hohe Quartett-Tugenden vor: sehr ausgewogenes Zusammenspiel, blitzsaubere Intonation auch bei Höchstgeschwindigkeit im Presto-Satz und nachvollziehbare, wenn auch bisweilen überdeutliche Gestaltung. Besser noch als der Haydn gefiel vom Musikantischen das Quartett Nr. 3 von Alfred Schnittke. ... Anspielungsreich ist die Thematik, um sie zu verstehen, ist Konzentration erforderlich. Leicht ist das alles nicht, und hier zeigte das Quartett wirklich Format: nicht nur gut zusammen, sondern gut geformt. Schuberts vielleicht bekanntestes Quartett „Der Tod und das Mädchen“, nach dem variierten Lied benannt, bildete den Abschluss. Das ist ein Brocken, der natürlich wegen seiner Bekanntheit schwierig ist. Der Eingangssatz geriet vielleicht etwas ruppig, verführerischer wurde es später. Den Applaus hatte das junge Quartett sich allemal verdient.