Asasello Quartett vermittelt zeitgenössische Streichmusik
"Spannung, Leidenschaft und leise Klarheit im Koblenzer Kammerkonzert"
Koblenz – Mit dem Asasello Quartett wurde bei den Koblenzer Kammerkonzerten erneut ein junges, aufstrebendes Ensemble vorgestellt, dessen besonderer Schwerpunkt die Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Quartettliteratur ist.
Die pathetisch-leidenschaftliche Ausdruckshaltung des Streichquartetts c-Moll, op. 18/4 von Ludwig van Beethoven übertrug sich sofort auf die Hörerschaft. Die Dramatik des ersten und des dritten Satzes wurde ordentlich herausgearbeitet, wirkte stellenweise jedoch noch ein wenig atemlos. Überzeugend wirkten die volle Tongebung und die Transparenz des Vortrags, die wesentlich von den Mittelstimmen getragen wurden. Zweite Geige und Bratsche meldeten sich an ihren thematisch wichtigen Stellen zu Wort, um dann wieder zurückzutreten und das musikalische Geschehen mitzutragen. Eine völlig andere Klangwelt öffnete sich in György Ligetis zweitem Streichquartett, einem der bedeutendsten Werke der zeitgenössischen Streichquartettliteratur und ein Kulminationspunkt der Werke Ligetis in den 60er Jahren.
Die kompositorische Verbindung der fünf Quartettsätze untereinander erschloss sich auch dem Hörer, der diesem Werk zum ersten Mal begegnete. Die vom Ensemble erzeugte Spannung hielt über die Pausen zwischen den Sätzen an. Höchste Präzision zeigte das Quartett beim Pizzicato des polyrhythmischen dritten Satzes. Mit herzlichem Applaus und Bravo-Rufen bedankte sich das Publikum bei den Künstlern für den ersten Teil des Abends.
Nach der Pause waren die Notenpulte zur Seite geräumt. György Kurtágs Mikroludien op. 13 wurden auswendig vorgetragen. Hier zeigte sich auch äußerlich die intensive Auseinandersetzung der Künstler mit der zeitgenössischen Musik. In den zwölf Miniaturen durchschreiten sie das gesamte Ausdrucksspektrum des Werkes von der äußersten Ruhe bis zum „molto agitato“, von leiser Klarheit bis hin zu dramatischen Ausbrüchen. Zeitgenössische Musik – so intensiv im Konzertsaal vorgetragen – erleichtert den Zugang zur Musik der Gegenwart, die sich bei einer Rundfunksendung oft nicht erschließt. Die Anspannung löste sich im Preußischen Quartett F-Dur, KV 590, als das Asasello Quartett frisch und hoch konzentriert Mozarts letztes Streichquartett darbot. Virtuos und rasant wurde das Quartett vorgetragen und trotzdem voller innerer Ruhe, sensibler Phrasierung und die Kontrapunktik des Schlusssatzes herausarbeitenden stets präsenten Mittelstimmen. Die Künstler bedankten sich beim Publikum mit einem Georgischen Lied als Zugabe.