Konzerte in 2009


3. Konzert
Freitag, 6. März 2009
20.00 Uhr
Lutherkirche (Martin-Luther-Platz)
G. Ligeti - L.v. Beethoven

4. Konzert
Freitag, 5. Juni 2009

19.30 Uhr
Domforum (Domkloster 3)
K. Saariaho - P. Tschaikowski

5. Konzert
Samstag, 19. Dezember 2009 (XL-Konzert!)
20.00 Uhr
Sancta Clara Keller (Am Römerturm 3)
W. Rihm - E. Bloch

 

 

Kölner Stadt-Anzeiger, 6. März 2009

 

Der Dämon mit dem langen Eckzahn

Ein Porträt des Kölner Asasello Quartetts von Markus Schwering (Auszug)

[...] Heute, 20 Uhr, geht es los in der Lutherkirche. Auf dem Programm stehen das zweite Streichquartett von György Ligeti und das erste Stück aus Beethovens opus 59. Die Agenda lässt aufhorchen: Der Moderne ist nicht die schamvoll versteckte Mitte im üblichen Sandwich-Programm mit einem Haydn vorweg und einem Brahms am Ende (damit die Leute nicht weglaufen), sondern er steht am Anfang und gleichberechtigt neben dem Klassiker. „In dieser Konstellation“, ist die zweite Violine Barbara Kuster überzeugt, „wird er auch vom Publikum anders wahrgenommen.“ Zumal dann, wenn Ligeti auf Beethoven bezogen wird: „Beide Stücke sind unheimlich durchdacht, gehen an Grenzen. Es gibt den Kontrast im Stil, aber die Nähe im Emotionalen.“ Ähnlich will man es weiterhin halten: Am 5. Juni werden im Domforum Kaija Saariaho und Tschaikowsky kombiniert und am 19. Dezember im Sancta Clara-Keller Wolfgang Rihm und Ernest Bloch. Genau kalkulierte Programme, die eine Stunde nicht überschreiten und niemanden ermüden, dazu intime Räume, die das Gespräch mit den Musikern nach der Aufführung ermöglichen - auch das ist „Programm“. Damit will das Quartett Hemmschwellen senken - gegenüber Neuer wie gegenüber E-Musik überhaupt. Zumal ein junges Publikum ist angesprochen, dessen Rekrutierung sich Asasello widmet, indem es in Schulen geht, wo dann in Zusammenarbeit mit den Musiklehrern der Konzertbesuch vorbereitet wird. Denn den Musikern ist klar, dass sie kämpfen müssen. Nicht nur um Zuhörer - da tut sich die Kammermusik eh schwer -, sondern auch in einem Umfeld, wo gute Streichquartette wie Pilze aus dem Boden schießen. Köln etwa beherbergt mit Auryn- und Minguet-Quartett zwei Spitzenformationen. Profilschärfung ist also angesagt. Das ist angesichts des gemeinsamen Werdegangs nicht ganz einfach: 2000 fand sich das Quartett am Studienort Basel noch in anderer Besetzung zusammen. Die Mitglieder hatten - wie unzählige vor ihnen - u.a. bei Walter Levin studiert. 2003 wechselten sie nach Köln, um dort weiterzustudieren - „natürlich“ beim Alban-Berg-Quartett. Und ein erster Preis im Wettbewerb des Migros-Kulturprozentes in Zürich förderte den Entschluss, gemeinsam Karriere zu machen.„Es“ - das sind der Russe Rostislav Kojevnikov als Primarius, die Schweizerin Kuster wie gesagt an der zweiten Violine, die Polin Justyna Śliwa an der Bratsche und der Schweizer Andreas Müller am Cello. Eine multinationale Truppe mithin, deren Formierung sich dem Untergang des Ostblocks verdankt. Wichtige Impulse erhielt das Quartett - wiederum wie viele andere - durch Aufenthalte bei dem legendären „Quartett-Macher“ Chaim Taub in Israel.In Köln absolvierten sie allerdings noch ein Aufbaustudium für Neue Musik bei David Smeyers, und das zeigt die Neigung der Musiker deutlich an - der Primarius komponiert auch selbst. Man unterhält persönliche Kontakte zu Komponisten wie Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm, Thomas Adès, Matthias Pintscher und Toshio Hosokawa. Aber ausschließlich Neue Musik wie beim Londoner Arditti-Quartett - genau das sollte es nicht sein. Sondern eben das Prinzip „1 : 1“, die wechselseitige Spiegelung und Befruchtung.Mittlerweile ist das Quartett auch diskografisch ausgewiesen: Nach zwei Eigenproduktionen erschien jetzt beim Kölner Label CAvi eine CD mit Streichquartetten von Felix und Fanny Mendelssohn - die ob des direkten, zupackenden, unmittelbar berührenden Spiels weithin Anerkennung findet. Im Herbst kommt eine weitere Aufnahme heraus - mit Schuberts „Tod und das Mädchen“-Quartett und einem Werk von Alfred Schnittke.[...]

 

1. Konzert: Kölner Stadt-Anzeiger, 31. Oktober

2. Konzert: Kölnische Rundschau, 23. Dezember 2008

 

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