Asasello Quartett

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Asasello ist ein gefallener Engel, der in die Rolle von Mephistos Pudel schlüpft. Er spielt mit der berechenbaren Vorsicht des kleinlichen Menschen. Wer sich solch einen Namensgeber sucht – zu finden ist er in Michail Bulgakows Roman-Klassiker Der Meister und Margarita – ist selbst nicht kleinlich. Interessiert hat die vier Musiker des Asasello Quartetts von Beginn an weniger die höllische Herkunft ihres Patrons als dessen Gabe, den Menschen die „himmlischen Geheimnisse der Urzeit“ zu überbringen.

Solche himmlischen Geheimnisse suchen sie auch in ihrem Quartettspiel, und 2010 konnte das Quartett bereits sein zehnjähriges Bestehen feiern. Das angemessene Geschenk: der Musikpreis des Verbandes der Deutschen Konzertdirektionen, der dem Quartett im vergangenen Jahr verliehen wurde für die außergewöhnliche und anspruchsvolle Programmatik, mit der das Asasello Quartett inzwischen europaweit verbunden wird. Kennen gelernt haben sich Rostislav Kozhevnikov, Barbara Kuster und Justyna Sliwa während des Studiums an der Musikakademie in Basel. 2010 löste Wolfgang Zamastil an der Celloposition den langjährigen Asasello Andreas Müller ab. Geschliffen haben die Musiker ihren Quartett- Ton für einige Jahre in der Klasse des Alban Berg Quartetts an der Kölner Musikhochschule und sind inzwischen bereits mehrfach für ihr Spiel ausgezeichnet worden, nicht zuletzt durch Einladungen in prestigeträchtige Konzertsäle wie die Londoner Wigmore Hall. Es widerspräche dem Selbstverständnis des Asasello Quartetts wenn die Musiker allein dort nach den „himmlischen Geheimnissen“ suchten. 

Auch in Konzertsälen abseits der Hauptrouten des Musikbetriebs in Polen, Russland oder den Schweizer Alpen sind sie zu hören. Nicht nur stellen sie dort ihr Verständnis von Streichquartett vor, genau so stellen sie es vor ungewöhnlichem Publikum auf die Probe. Zu den jüngsten Streichen der „höllischen Vier“ zählt eine zyklische Aufführung von Mozarts Streichquartetten in Venedig. Besondere Momente ihrer Tourneen sind längst auf CD dokumentiert. Auch in diesem Jahr erscheint ein weiterer Tonträger auf dem Label CAvi mit Live-Aufnahmen und Studioproduktionen, die in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandradio Kultur entstanden sind. 1:1: So heißt eine erfolgreiche Kölner Konzertreihe des Quartetts, die neben den Paysages das Selbstverständnis des Ensembles aufs Schönste verdeutlicht  – direkte Begegnung von Tradition und Innovation, Komposition und Interpretation, Publikum und Musik.  

Text: Patrick Hahn